Erfolg bei der Formula Student Czech Republic

Most. Am 02. September früh morgens legte das Delta Racing-Team eine Frühschicht ein und begab sich mit seinem Elektrofahrzeug DR15-E auf den Weg zum Autodrom nach Most. Bereits am Tag zuvor traf sich das Team in seiner Bolidenschmiede an der Hochschule um das Fahrzeug und die Werkstattausrüstung zu verladen.

Nach einer gut sechsstündigen Fahrt erreichte das Team das Eventgelände und verschaffte sich einen ersten Überblick über die Gegebenheiten vor Ort. Schnell wurde ein Lagerplatz eruiert und die Box in Augenschein genommen. Dank dem Anpacken aller Teammitglieder waren die Transporter schnell aus- und die Box eingeräumt sowie das Teamlager aufgebaut.

Nun galt es letzte Feinheiten am Fahrzeug vorzunehmen und es für die technische Abnahme und somit das Rennevent vorzubereiten. Diese Vorbereitungen wurden jedoch am frühen Abend durch den Veranstalter unterbrochen und beendet. Alle Teams mussten die Box verlassen und konnten nicht mehr an ihren Fahrzeugen weiter arbeiten. Das Schließen der Box resultierte aus der Stromversorgung die durch Generatoren sichergestellt wurde, welche über Nacht abgeschaltet wurden. Das Team nutzte die boxenfreie Zeit zum gemeinsamen Abendessen und zum Besprechen aller bevorstehenden Aufgaben und Tätigkeiten.

Am Donnerstag folgte der erste offizielle Tag des Events und für das Delta Racing-Team begann der Tag bereits früh. Nach einem gemeinsamen Frühstück im Teamzelt und der Tagesbesprechung konnte sich das Team wieder in die Boxengasse zurückkehren. Einige Teams stellten sich bereits an der Scrutineering-Schlange an, um die begehrten Prüfsticker nach erfolgreichem Durchlaufen der elektrischen, mechanischen und weiterer Prüfungen zu erhalten. Ohne die Sticker ist die Teilnahme an den dynamischen Wettkämpfen unmöglich.

In der Boxengasse herrschte währenddessen reges Treiben durch rein- und rausrollende Teams. Immer wieder mussten Teams an ihrem Auto nachbessern und es wieder den Prüfern vorstellen. Der Rennbolide E68 der Mannheimer verweilte noch in der Box, das Team hatte mit einer unbekannten Fehlermeldung in der Elektronik zu kämpfen, mit der an eine Abnahme durch die Prüfer nicht zu denken war. Die Elektronik-Spezialisten des Teams verbrachten den Donnerstag damit die Elektronik durchzumessen und zu überprüfen um die Ursache des Fehlers möglichst schnell eruieren und beseitigen zu können. Am späten Nachmittag schließlich gelang es ihnen den Fehler zu beseitigen und die Erleichterung war dem Team spürbar anzumerken. Dabei waren an diesem Tag nicht nur die Experten der Elektronik fleißig, sondern auch die anderen Mitglieder des Teams nutzten den Zwangsaufenthalt in der Box um an ihrem Fahrzeug noch Verbesserungen durchzuführen.

Am Abend konnte auch Delta Racing mit seinem Fahrzeug zum Scrutineering. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten erst vier Elektrofahrzeuge zu dieser Abnahmeprüfung antreten können. Auch das Delta Racing-Team musste wieder ohne Endabnahme nach Ende der Prüfzeit an die Box zurückrollen, um einige Anpassungen vorzunehmen. Bis das Licht wieder ausgeschaltet wurde waren die Teammitglieder fleißig.

Am Freitag blickten die Mannheimer positiv den weiteren bevorstehenden Prüfungen entgegen. Bereits früh war die Schlange vor dem Prüfzelt wieder sehr lange und das Wetter sah stark nach Regen aus. Das Team entschied sich daher, die noch anstehenden Nachbesserungen in der Box bei trockenen Füßen zu beenden und sich erst dann wieder in die Warteschlagen einzugliedern. Neben der Arbeit am Auto waren an diesem Tag auch die statischen Wertungsprüfungen zu absolvieren. Zwar fehlte dem Team ein wenig die Konzentration, da es gedanklich noch bei der Abnahme des Fahrzeuges war, doch konnte beim Engeeniring Design ein hervorragender 5. Platz erreicht werden. Beim Cost Report und Business Plan erreichte die Mitglieder mit ihrem DR15-E eine Platzierung im unteren Drittel des Starterfeldes.

Der heftige Regen erschwerte den Teams die Arbeit. Zwar war das Boxen Zelt von oben dicht, jedoch drückte sich das Wasser von unten in das Zelt, so dass es nicht lange dauerte und die Boxengasse komplett bis zu zwei Zentimeter unter Wasser stand. Erst am Abend wieder wurde das Fahrzeug erneut den Prüfern vorgestellt. Der Regen hatte sich verzogen und alle Teams fingen an ihre Boxen vom Wasser zu befreien. Genau zur Zeit des offiziellen Gruppenfotos erreichte das Team schließlich ein erstes Ziel: Delta Racing erhielt endlich den Prüfsticker für die Elektronik und schafft somit die erste große Hürde.

Der Samstag begann damit, das Fahrzeug speziell für den Raintest zu präparieren. Dank dem gut eingespielten Team waren die Vorabprüfungen kein Problem. Das Team schaffte es ebenfalls auch an den ersten beiden dynamischen Wettkämpfen teilzunehmen und diese erfolgreich zu absolvieren. So erlangte das Team bei der Acceleration, trotz nicht vollausgenutzter elektronischer Leistung, mit nur 56 Hundertstel Rückstand auf Platz eins, den dritten Platz. Beim Skid-Pad erlangte das Team mit einem Rückstand von 67 Hundertstel auf Platz eins leider nur den 9ten Platz.

Die dritte dynamische Disziplin Autocross hielt dann noch eine Überraschung für mehrere Teams im Starterfeld bereit: Die Fahrer bemerkten schon vor dem Start, dass die Strecke für das Auto eine Herausforderung werden würde. Schon in der zweiten Runde brach das Fahrwerk des Boliden und das Team musste das Auto von der Strecke holen. Doch nicht nur das Mannheimer Auto hatte mit der Strecke zu kämpfen, einigen anderen Teams erging es genauso und auch sie mussten ihr Fahrwerk wechseln.

Den Mitgliedern blieben nur knapp 30 Minuten um das Fahrwerk zu wechseln und sich für die weiteren Runden wieder beim Starterfeld anzustellen. Nach nur 20 Minuten und einer herausragenden Teamleistung befand sich das Auto wieder auf der Strecke, bereit die nächsten Runden zu absolvieren. Im Endergebnis erreichte das Team in dieser Disziplin den 7. Platz. Am Ende des Eventages entfernte das Team die komplette Aerodynamik und den Sitz und den Akku auszubauen. Der Akku musste schließlich für die letzte große Challenge Endurance komplett vollgeladen werden.

Der letzte Tag begann schon um 02:30 Uhr in der Früh: das Team wurde durch starke Windböen geweckt und musste das Teamzelt, das sich auf Wanderschaft begeben hatte, wieder eingefangen. Mit einer Wagenburg aus Transportern und vielen Spanngurten konnte das Zelt gesichert werden. Nach etwas Schlaf starteten die finalen Vorbereitungen des Fahrzeugs für die letzte dynamische Prüfung. Nach der Mittagspause stand der Bolide auf der Strecke, bereit den Wettkampf.

Die ersten Rundenzeiten waren sehr gut und Fahrwerk und Motorleistung waren perfekt aufeinander abgestimmt. Zu Beginn der 16. Runde brach an einer Steigung die Leistung des Akkus unerwartet ein und das Auto kam zum Stehen. Der Wagen ließ sich nicht mehr starten und das Rennen konnte nicht beendet werden. Das AMS (Batterie Management System) stoppte das Auto. Aktuell vermuten wir eine schlechte Batteriezelle als Ursache. Mit dieser Enttäuschung im Nacken musste das Team den Rückbau der Box und des Zeltplatzes beginnen.

Im Endeffekt war die Formular Student in Tschechien ein schönes Event. Wie immer war die Stimmung unter den Teams sehr gut, so dass das Gefühl eines direkten Wettkampfes unter den Teams nur sehr spärlich aufkam: Jeder hilft jedem und im Grunde sind alle ein großes Team. Beachtlich waren die Entwicklungsschritte vieler Teams zum Vorjahr und die daraus resultierenden Leistungen. Das Delta Racing-Team wird natürlich auch im nächsten Jahr wieder an der Formular Student teilnehmen und dann hoffentlich auch einen weiteren Schritt der Entwicklung präsentieren können und seine Ergebnisse auf ganzer Linie verbessern können.

Erste Impressionen des Events gibt es auf unserem Facebook-Profil.

Die Ergebnisse im Detail:

Overall: 8. Platz (410,79 Pkt.)

Acceleration: 3. Platz (46,33 Pkt.) –Rückstand auf Platz 1: 67 hundertstel

Skid Pad: 9. Platz (29,90 Pkt.)

Autocross: 7. Platz (51,25 Pkt.)

Endurance: 8. Platz (0,00 Pkt.) – leider aufgrund von Defekt nach Runde 16 ausgeschieden

Energy Efficiency: 8. Platz (83,89 Pkt.)

Business Plan: 8. Platz (47,92 Pkt.)

Cost Report: 13. Platz (40,60 Pkt.)

Engineering Design: 5. Platz (120,90 Pkt.)